Häufige Fehler bei der Ladungssicherung und wie Sie sie vermeiden
Die richtige Ladungssicherung ist eine zentrale Voraussetzung für einen sicheren und effizienten Güterverkehr. In der Praxis werden dennoch häufig Fehler durch unzureichende Kenntnisse, fehlende Sorgfalt oder unpassende Hilfsmittel gemacht. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wo häufig Fehler auftreten und wie Sie diese vermeiden können.
Warum ist die Ladungssicherung wichtig?
Mangelhafte Ladungssicherung stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr dar und verursacht jährlich Schäden in Millionenhöhe. Neben der Gefährdung von Menschenleben drohen bei fehlerhafter Ladungssicherung rechtliche Konsequenzen.
Die rechtliche Grundlage dafür finden Sie unter anderem in § 22 der StVO sowie vielen nationalen und europäischen Normen und Richtlinien.
Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Kooperation mit der Polizei haben ergeben, dass bei bis zu 70 Prozent der Lkw die Ladung unzureichend, falsch oder gar nicht gesichert ist. Außerdem geht aus den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes hervor, dass im Jahr 2023 für 842 Unfälle mit Personenschäden die Ursache auf mangelhafte Ladungssicherung oder Überladung zurückzuführen ist.
5 Fehlerquellen bei der Ladungssicherung
Zu geringe Reibung, keine Verwendung von Anti-Rutschmatten
Geringe Reibung zwischen Ladung und Ladefläche sowie zwischen Schichten von Ladungselementen kann dazu führen, dass die Ladung verrutscht und von der Ladefläche fällt. Durch Verschmutzungen, Fette oder andere Flüssigkeiten auf dem Boden der Ladefläche kann die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche erheblich sinken. Daher empfehlen wir, Ladeflächen regelmäßig zu reinigen und sauber zu halten. Ebenso helfen Ihnen Anti-Rutschmatten bei der Ladungssicherung, da diese die Ladung zusätzlich gegen Rutschen schützen.
Zu geringer Druck von oben
Ein weiterer Grund für das Verrutschen der Ladung kann ein unzureichender Druck von oben auf die Ladung sein. Daher sollten Sie sichergehen, dass Sie immer mit Spanngurten den nötigen Druck erzeugen. Bei empfindlichen Gütern wie Fliesen besteht aber die Gefahr, dass sie durch zu hohen punktuellen Druck beschädigt werden. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen wir die Verwendung von Randschonern, die die Seitenkante der Fliesenpalette abdecken und so den Druck des Zurrmittels gleichmäßig auf die gesamte Kante verteilen.
Es kann außerdem bei der Ladungssicherung helfen, die gesamte Palette mit Folie zu umwickeln, um die Stabilität der Ladungseinheit zu erhöhen und Vertuschungen innerhalb zu verhindern.
Große Ladungslücken – mangelnder Formschluss
Beim Beladen sollten Sie unbedingt neben der Lastenverteilung darauf achten, dass keine Ladungslücken entstehen. Dies gilt sowohl für Lücken zwischen Ladung und Bordwand als auch für das Ladegut untereinander. Sollten Lücken von mehreren Zentimetern nicht vermeidbar sein, müssen diese sorgfältig ausgefüllt oder die Ladung anderweitig gesichert werden. Bei zu großen Lücken kann die Ladung beim Fahren in Bewegung geraten und zu einem Unfall führen. Sollte eine formschlüssige Sicherung der Ladung nicht möglich sein, kann diese auch durch Festzurren (kraftschlüssig) gesichert werden. Ladungssicherung ist auch bei kleinerem und losem Ladegut wie Bauteilen oder Werkzeug wichtig, deswegen sollten diese in den entsprechenden Transportboxen transportiert werden, um Schäden während der Fahrt zu verhindern.
Beschädigte Spanngurte durch scharfe Kanten
Spanngurte werden bei der Ladungssicherung immer wieder über scharfkantige oder raue Ladung gespannt, dadurch nutzen sie sich ab und werden erheblich beschädigt. Dies kann auch durch scharfkantige Bordwände auftreten. Beschädigte Gurte weisen nicht mehr die angegebenen Sicherheitsmerkmale auf und können bei Belastung reißen, eine Sicherung der Ladung ist so nicht gewährleistet. Um den Verschleiß von Zurrmitteln zu verhindern, empfehlen wir die Nutzung von Kantenschonern, um die Gurte vor scharfen Kanten zu schützen und den Druck gleichmäßig zu verteilen. Sie können ebenfalls Bordwände mit einem solchen Schutz ausstatten, um Ihre Zurrmittel in allen Anwendungsfällen zu schützen.
Ratsche beim Transport nicht vollständig geschlossen
Beim Verzurren von Lasten ist darauf zu achten, dass bei Ratschen der Schieber vollständig gezogen wird, um den Hebel der Spannvorrichtung sicher und ohne Verlust der Spannung einklappen zu können. Nicht vollständig eingerastete Hebel können dazu führen, dass Spanngurte ihre gesamte Spannkraft verlieren. Dadurch ist die Ladung nicht mehr gesichert und es kann zu gefährlichen Situationen und Unfällen im Transport kommen.
Erkennen von Fehlern und Fehlerprävention bei der Ladungssicherung
Visuelle Gurt- und Ratschenprüfung
Gurtbandinspektion: Überprüfen Sie vor Verwendung des Spanngurtes das Gurtband auf Anzeichen von Verschleiß, z. B. Einschnitte, Risse oder abstehende Fasern. Solche Zurrmittel dürfen nicht mehr verwendet werden. Außerdem dürfen Sie keine Gurte mit Knoten oder nicht lesbaren Kennzeichnungen verwenden. Defekte Zurrgurte sollten Sie umgehend gegen neue Gurte tauschen und die alten entsorgen. So gehen Sie sicher, dass niemand anderes aus Versehen einen defekten Gurt benutzt.
Ratschenfunktionstest: Führen Sie vor Gebrauch einen kurzen Ratschentest ohne Last durch, um sicherzustellen, dass der Sperrmechanismus einrastet und die Entriegelung den Gurt kontrolliert löst. Auch defekte oder stark korrodierte Ratschen müssen sofort ersetzt und entsorgt werden.
Lassen Sie Ihre Zurrmittel jährlich von einem Sachkundigen prüfen, um maximale Sicherheit für Sie und Ihre Last zu gewährleisten.
Kontrolle der Ladungsausrichtung und -positionierung
Formschlusskontrolle: Stellen Sie sicher, dass bei formschlüssiger Sicherung keine Lücken zwischen Ladung und Bordwand bzw. zwischen den Ladungen untereinander bestehen.
Gewichtsverteilung prüfen: Achten Sie darauf, dass das schwerste Gut mittig auf der Ladefläche platziert ist. Andernfalls kann es zum Umkippen des Fahrzeuges kommen.
Zurrpunkte prüfen: Überprüfen Sie, dass alle genutzten Zurrpunkte tatsächlich fest mit dem Fahrzeugaufbau verbunden sind. Lose oder korrodierte Zurrpunkte machen den gesamten Sicherungsvorgang nutzlos.
Vorspannkontrolle
Stellen Sie sicher, dass die verwendeten Gurte die vorgeschriebene Vorspannkraft haben und diese im Zeitverlauf halten können. Daher empfehlen wir, die Spannung der Gurte nach einer kurzen Fahrt erneut zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Ladung und Personen sicher sind.
Schulungen und regelmäßige Kontrollen
Schulungen: Führen Sie regelmäßig Schulungen für Ihr Personal durch und erhöhen Sie so das Bewusstsein für korrekte Ladungssicherung. Alle Beteiligten am Transportprozess sollten über Mindestanforderungen und Normen informiert sein, um mögliche Fehler oder Probleme schnellstmöglich zu erkennen und beheben zu können.
Kontrollen: Führen Sie vor jeder Fahrt eine ausführliche Kontrolle mittels einer Checkliste von Gurtzustand, Ratschenfunktion, Zurrwinkel und Ladungsposition durch. Dokumentieren Sie Ihre Ergebnisse sorgfältig, so können Sie im Ernstfall nachweisen, dass alle nötigen Maßnahmen ergriffen wurden.
Professionelle Ausrüstung zur Ladungssicherung vom Spanngurt Profi
Die Ladungssicherung ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheit im Straßenverkehr. Fehler oder Unachtsamkeit können Menschen, Güter und Fahrzeuge in Gefahr bringen. Daher sind Kontrollen und die korrekte Ausrüstung sowohl im gewerblichen als auch im privaten essenziell, damit jegliche Ladung sicher an ihr Ziel kommt.
Spanngurt Profi unterstützt Sie dabei mit hochwertigen Produkten zur Ladungssicherung, praxisnaher Beratung und hoher Qualität. Vertrauen Sie auf unsere Expertise, damit Ihre Güter sicher und zuverlässig an Ihr Ziel kommen. In unserem Sortiment finden Sie Spanngurte, Zurrketten, Kantenschoner, Anti-Rutschmatten und vieles mehr, was Sie zur Sicherung Ihrer Ladung benötigen. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch oder nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.
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